Botschafter muss inakzeptable Aussagen zu FFBQ zurücknehmen!

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Hagedorn lädt Botschafter zur ‚Problemorientierung‘ zum 16./17.1.2015 nach Ostholstein ein

Zur Aussage des deutschen Botschafters in Kopenhagen, Claus Robert Krumrei, bei der Kritik an der geplanten festen Fehmarnbeltquerung aus Ostholstein handle es sich um „persönliche Befindlichkeiten von Einzelnen“, die sich der „weltwirtschaftlichen Position Europas“ unterzuordnen hätten, erklärt die SPD-Bundestagsabgeordnete aus Ostholstein Bettina Hagedorn, die sowohl als Berichterstatterin für Verkehr im Haushaltsausschuss wie auch als Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses des Deutschen Bundestages in Berlin zu diesem Thema parlamentarische Schlüsselpositionen im Bundestag innehat:

„Die Aussagen von Claus Robert Krumrei als ‚frisch‘ ernanntem deutschen Botschafter in Kopenhagen zeigen, dass er sich offenbar nicht nur bisher zu oberflächlich mit der geplanten Fehmarnbeltquerung und der berechtigten Kritik aus Ostholstein und Deutschland an diesem Megaprojekt auseinandergesetzt hat, sondern auch, dass er als Diplomat eine politische Aussage solcher Dimension künftig besser der Politik überlassen sollte. Gleichwohl sollte er wissen, dass der 2009 geschlossene Staatsvertrag binnen fünf Jahren in allen wesentlichen Eckpfeilern der Bauausführung und der Kosten sowohl in Dänemark wie auch in Deutschland von der Realität eingeholt wurde und der Bundesrechnungshof bislang mit all seinen schon im Mai 2009 veröffentlichten kritischen Prognosen zu diesem Mega-Projekt Recht behalten hat. Bis heute verfolgt der Rechnungsprüfungsausschuss des Deutschen Bundestages kontinuierlich die veränderte Planung auf deutscher Seite mitsamt der dazugehörigen Kostenexplosion. Die Bürgerinitiativen und Anwohner in Ostholstein melden sich mitnichten ‚aus Eigeninteresse‘ zu Wort, sondern engagieren sich mit Blick auf Bahnlärm, bedrohte Lebensqualität und das gefährdete Ökosystem der Ostsee ganz im Interesse einer zu Recht kritischen Öffentlichkeit. Der ehemalige deutsche Botschafter in Kopenhagen – Christoph Jessen – könnte als Leiter des Dialogforums bestätigen, dass berechtigte und gut begründete Kritik keine ‚bloßen Befindlichkeiten‘ sind, und dass Krumreis Äußerungen von inakzeptabler Geringschätzung gegenüber den vielen Menschen zeugen, die sich seit Jahren mit viel Zeiteinsatz und großer Detailkenntnis gegen die Fehmarnbeltquerung engagieren. Gerade nach den Erfahrungen von ‚Stuttgart 21‘ war es Ziel der Politik, mit diesem Dialogforum zu zeigen, dass es die Bereitschaft gibt, engagierte Bürger ernst zu nehmen und einzubinden. Ich fordere Botschafter Krumrei deshalb auf, seine inakzeptablen Aussagen zurückzuziehen. Ich werde ihn zum 16./17. Januar 2015 nach Ostholstein einladen, wenn auch der Vorsitzende des Verkehrsausschusses des Bundestages, Martin Burkert (SPD), zu Gast sein wird. Gemeinsam wollen wir dann mit den Anwohnern und Bürgerinitiativen über den aktuellen Sachstand zur Belt- und Sundquerung diskutieren und uns entlang der Trasse ein objektives Bild machen. Dann hätte Botschafter Krumrei die Chance, sich einen realistischen Eindruck von den  gravierenden Auswirkungen des Mega-Projekts zu machen.“